Von der großen, aber unbeabsichtigten Wirkung von Webcams

Würden Sie ein tristes Foto Ihrer Golfanlage auf die Startseite stellen? Natürlich nicht. Bei den von Golfanlagen gerne genutzten Webcams beschädigt man sich in den allermeisten Fällen allerdings genau auf diese Weise. Hier ein paar Aspekte, die zu bedenken sich lohnt.

Bilder schlechter als die Realität
Es gibt mittlerweile Webcams, die ein gutes realistisches Bild von der aktuellen Witterungslage zeigen. Ich denke da zum Beispiel an die in vielen Wintersportorten genutzten Panomax Rundumschwenkbilder (www.panomax.com). Ein Service, den Sie auf Golfanlagen wegen des technischen Aufwands und den Kosten nicht finden. Die gemeine Golfclubwebcam hingegen liefert so gut wie immer ein deutlich schlechteres Bild, als es der Wirklichkeit einspricht. Die Gründe dafür sind:

  • die Qualität der eingesetzten Geräte
  • der technisch vorgegebene, aber selten günstige Aufstellungsort 
  • keine regelmäßige Reinigung des Kameraobjektivs oder eventueller Schutzscheiben

Das bedeutet in der Praxis, dass ein potenzieller Greenfeespieler bei gutem Golfwetter, also da meine ich auch den trockenen Tag mit bedecktem Himmel, einen Platz mit düsterem Bild sieht, das so überhaupt keine Lust auf das dort Golfspielen macht. Wenn dann bei einer Golfanlage ohne Startzeiten auch noch ein Pulk wartender Golfer auf dem ersten Tee gezeigt wird, dann ist die Greenfeeverhinderungsfunktion der Webcam voll aktiviert, obwohl man jetzt durchaus einen ganzen Flight in einer Stunde verkaufen könnte. 

Das Mitgliederservice-Argument
Gerade bei Golfanlagen ohne Startzeiten hören wir das Argument, die Webcamshow vom ersten Tee sei ein von den Mitgliedern gewünschter Service, um entscheiden zu können, wann sich der Weg zum Club lohne.

Einmal davon abgesehen, dass ein Online Startzeitensystem eine viel zuverlässigere Auskunft liefern würde, ist diese Serviceidee nachvollziehbar. Man muss sich nur darüber im Klaren sein, dass Greenfeespieler damit zugleicht abgeschreckt werden. Wenn das den Vorstellungen und wirtschaftlichen Erwartungen der Golfanlage entspricht, dann ist das in Ordnung. Wer aber trotz gutem Mitgliederservice auch noch ein Soll an Greenfee-Einnahmen zu erfüllen hat, der sollte sich zumindest überlegen, ob er das Webcambild nicht von der Startseite in einen Members-Only Bereich verlagert.

Wer Startzeiten hat, hat bessere Möglichkeiten als Webcam
Mit einem Startzeitensystem haben Sie ideale Bedingungen, freie Kapazitäten an den geneigten Golfer zu bringen. Dazu gehören folgende Komponenten:

  • mit modernem Contentmanagement ist eine attraktive (aber natürlich auch ehrliche) Beschreibung des Platzzustandes im Sinne von "Optimale Spielbedingungen"  oder "Fairways optimal, Grüns zeigen noch leichte Auswirkungen der x Tage zurückliegenden Aerifizierung" schnell erledigt.
  • eine hervorgehobene Anzeige der oder zumindest einiger freier Teetimes in der näheren Zukunft ist mit den heute verfügbaren Werkzeugen vollautomatisch erreichbar. Die Buchungschancen steigen so ganz beträchtlich. Wenn Sie mit einem flexiblen Preis-System starten möchten, dann ist auch das an dieser Stelle einfach umsetzbar.
  • der Aufstieg in die Königsklasse des Greenfee-Verkaufs winkt, wenn man diese Teetime-Angebote auch noch mit geeigneten Push-Tools aktiv anbieten kann. Dazu bedarf es allerdings einer Einbindung in ein durchgängiges Vorgehensmodell. Wer mehr darüber wissen möchte, darf mich gerne unter jge (at) gkmb.de dazu fragen.


Sie dürfen ziemlich sicher sein, dass mit konkreten Startzeitangeboten und einer realistischen Beschreibung des Spielsituation mehr Umsätze erzeugt werden können als mit einem mittelmäßigen Webcambild.

Das unsägliche Werbeumfeld von Webcams

Wenn Sie nicht vom wirtschaftlichen Nutzen einer Webcam überzeugt sind, dann sollten Sie es lieber bleiben lassen. Den von vielen gewählten Ausweg, sich ein durch Werbeumfeld finanziertes kostenloses Angebot auszusuchen, endet fast immer in Selbstbeschädigung:

  • keine Einbindung in einen homogenen Web-Auftritt
  • meist ein wildes Sammelsurium von Werbepartnern
  • fast überall häufige Servicestörungen
  • praktisch nie eine Berücksichtigung der Werbepartner/Sponsoren der Golfanlage

Webcams als Sicherheitsrisiko
Im Rahmen eines Blogbeitrags kann ich die mit Webcams verbundenen Sicherheitsrisiken für die Daten der Golfanlage nicht im Detail erklären. An dieser Stelle will ich nur darauf hinweisen, dass der für eine Webcam erforderliche Zugang zum Netzwerk eine physisch und netzwerktechnisch sichere Vor-Ort Installation erfordert. Sonst transportieren Sie eventuell irgendwann ungewollte Bilder oder Ihre Daten im Clubverwaltungssystem werden manipuliert oder gestohlen.

Kann nicht passieren, meinen Sie? Doch ist alles schon bei deutschen Golfanlagen geschehen. 

Auf den Nutzen schauen
Ein kritischer Blick auf den Nutzen lohnt allemal. Das einzige aus meiner Sicht nachvollziehbare Nutzenargument ist der Blick auf die Staulage auf dem ersten Abschlag in Clubs ohne Teetimes. Das Webcam-Bild gehört dann dort aber in den Bereich Mitgliederservices und nicht auf die Startseite.

Autor: Joachim Geffken     Thema: Golf

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