Beitrags-Denkzettel statt Richtungsentscheidung?

Erkennbar konsterniert hat das Präsidium des Deutschen Golfverbands die Niederlage bei der beim Verbandstag 2018 zur Abstimmung gestellten Beitragserhöhung zur Kenntnis genommen. Dass darin auch eine Chance zu einigen längst fälligen Richtungs- und Abgrenzungsentscheidungen liegt, mag auf den ersten Blick überraschen.

 

Dass es bei der Mitgliederentscheidung nach einer kontroversen Debatte knapp zugehen würde, das wurde erwartet. Eine Ablehnung mit Zweidrittelmehrheit traf die Führungsriege indes unvorbereitet. Jetzt gilt es meines Erachtens, die Ausrichtung des Verbandes grundlegend zu diskutieren und dann auch festzulegen.

Zwei Kernfragen brauchen eine Antwort: Die Aufgabenverteilung der beteiligten Verbände und die Ausrichtung des Dachverbandes.

Die Frage der Aufgabenverteilung ist schnell beschrieben. Nicht zuletzt aus der historischen Entwicklung heraus kommt der Deutsche Golfverband als Dachverband mit einer gewissen Neigung zum Alleinvertretungsanspruch auf den Platz. Greenkeeper, Golfmanager, Golfpros und die Anlagenbetreiber beanspruchen ihre jeweiligen Spielflächen.

Überlappungen, Doppelarbeit und etliche Reibungsflächen gab und gibt es. Mit "Wir bewegen Golf" gibt es ein hübsche Motto, ein Logo und ein paar nett gemeinte Initiativen. Lösungen für effiziente Aufgabenteilung sind in den Überlappungsbereichen nicht erkennbar. Drei beispielhafte Fragen (von vielen) verdeutlichen, worum es gehen könnte, wenn alle wollen wollten:

  • muss der DGV Sekretäre/innen und Manager(innen) ausbilden, die sich dann beim GMVD fortbilden und zertifizieren lassen?
  • Könnte man nicht Synergien erzielen, wenn die A-,B- und C-Trainer Ausbildung da gemacht würde, wo auch Golfpros geschult werden?
  • muss es mehrere Verbände geben, die sich an Betriebsvergleichen versuchen?


(Zick-Zack-) Kurs halten?

Die Frage des Aufgabenzuschnitts im Dachverband taucht in fast jeder Verbandstagung auf, allerdings oft eingeführt unter den verschiedensten Überschriften, die oft den Blick auf die dahinter verborgene Thematik verstellen. Im Kern geht es um die Frage, ob man einen schlanken Verband mit wenigen Aufgaben wie Regularien, Spitzensport und Leistungsförderung oder den Full-Service Dienstleister mit einem breiten Unterstützungs- und Beratungs- und Marketing-Angebot möchte. 

In der Praxis der Verbandstage gab es einerseits Beschlüsse, dass der Verband sich aus den wirtschaftlichen Belangen der Mitglieder heraushalten solle. Wenige Verbandstage später folgten andererseits Forderungen nach mehr Marketingleistungen. Diese wurden dann für eine Weile aus Sondermitteln und Rücklagen finanziert. Jetzt, wo es darum geht, eben diese Aufgaben strukturell nachhaltig im ordentlichen Haushalt unterzubringen, war es der Mehrheit dann wieder zu viel (Beitrag). 

Für die Führung des Deutschen Golfverbands ist es sicher nicht einfach, den Willen seiner Mitglieder immer richtig zu "lesen". Dazu geht es auch viel zu heterogen im deutschen Golfmarkt zu.

Da gibt es ehrenamtlich geführte Vereine mit ganz wenigen hauptamtlichen Mitarbeitern, die auf viele Hilfestellungen des Verbands vertrauen. Schätzungsweise ein Drittel der Verbandsmitglieder ist kommerziell geführt oder wirtschaftlich gut aufgestellt oder beides. Manche zentral angebotene Leistung wird hier nicht gebraucht und gelegentlich sogar als ungebetene Einmischung eingeschätzt. Und schließlich gehören auch noch solche Vereine und Golfanlagen dazu, die aus wirtschaftlichen Zwängen sich auf Fernmitgliedschaften oder die Kooperation mit Ausweishändlern einlassen mussten. Hier geht es oft nur darum, den DGV-Ausweis möglichst billig zu bekommen.

Die sich aus so unterschiedlichen Interessenlagen ergebenden Konflikte sind erkennbar immer schwerer zu überbrücken, wenn es in den kommenden Jahren nicht glücken sollte, eine breit getragene Ausrichtung des DGV zu erreichen.

Vielleicht wäre ja ein begrenzter Aufgabenzuschnitt als Basis für alle Mitglieder mit wahlweise zubuchbaren kostenpflichtigen Leistungspaketen die wirtschaftlich tragfähige, flexible und  zugleich dauerhaft konsensfähige Lösung?

Autor: Joachim Geffken     Thema: Golf

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